Einrichtung & Praxis · VPN-Wissen
Wie macht man den Raspberry Pi zum VPN-Server?
Auch: PiVPN · Raspberry Pi WireGuard · Pi-VPN
Kurzantwort
Ein Raspberry Pi im Heimnetz wird mit dem PiVPN-Projekt in einer halben Stunde zum WireGuard-Server – für Fernzugriff und sicheres Surfen über den Heimanschluss. Voraussetzungen: erreichbare öffentliche Adresse (MyFRITZ!/DynDNS), eine Portfreigabe im Router und ein Pi ab Modell 3. Beliebtes Duo: PiVPN plus Pi-hole – unterwegs surfen wie zuhause, inklusive Werbeblocker.
Pi oder FRITZ!Box – wann lohnt der Umweg?
Wer nur Fernzugriff will und eine FRITZ!Box ab FRITZ!OS 7.50 besitzt, braucht den Pi nicht – die Box kann WireGuard nativ. Der Pi spielt seine Stärken daneben aus: Er läuft hinter jedem Router (auch Provider-Zwangsgeräten ohne VPN-Funktion), kombiniert sich mit Pi-hole zum reisetauglichen Werbefilter, erlaubt beliebig viele Detaileinstellungen und ist ein großartiges Lernprojekt. Die Grenzen sind dieselben wie beim FRITZ!Box-VPN: Am DS-Lite-Anschluss ohne öffentliche IPv4 klappt der Zugriff von unterwegs nur über IPv6 oder Umwege (das NAT-Kapitel erklärt die Details), und Anonymität liefert das Heim-VPN prinzipbedingt nicht.
Kurz-Fakten
- PiVPN ist das etablierte Einrichtungs-Skript – es konfiguriert WireGuard (oder OpenVPN) interaktiv.
- Hardware: ab Raspberry Pi 3 flüssig; WireGuard läuft selbst auf kleinen Modellen ordentlich.
- Voraussetzungen: DynDNS/MyFRITZ!-Adresse plus Portfreigabe (UDP 51820) im Router.
- Traumpaar: PiVPN + Pi-hole – unterwegs mit heimischem Werbe- und Tracker-Filter surfen.
- DS-Lite-Anschlüsse: Zugriff von unterwegs nur über IPv6 oder VPS-Umweg möglich.
- Pflege gehört dazu: automatische Updates aktivieren, Clients per „pivpn add“ sauber verwalten.
PiVPN mit WireGuard einrichten – Schritt für Schritt
- Raspberry Pi OS (Lite genügt) installieren, System aktualisieren und dem Pi im Router eine feste lokale IP-Adresse geben.
- DynDNS klären: MyFRITZ!-Adresse oder einen DynDNS-Dienst einrichten, damit das Heimnetz von außen einen Namen hat.
- PiVPN installieren: das offizielle Installations-Skript von pivpn.io ausführen und im Assistenten WireGuard wählen.
- Im Assistenten die DynDNS-Adresse als öffentlichen Endpunkt und den Standardport 51820 bestätigen.
- Portfreigabe im Router setzen: UDP 51820 an die feste IP des Pi weiterleiten.
- Client anlegen mit „pivpn add“, den QR-Code per „pivpn -qr“ anzeigen und mit der WireGuard-App scannen – dann per Mobilfunk den Zugriff und den Leak-Check testen.
Für die Praxis
Der Pi-VPN-Server ist das Selbstbau-Pendant zur FRITZ!Box-Funktion – nicht nötig, aber lehrreich und dank Pi-hole-Kombi im Alltag sogar überlegen. Wer ihn aufsetzt, versteht danach jedes VPN-Konzept dieses Lexikons aus eigener Anschauung; wer nur Fernzugriff braucht, bleibt guten Gewissens bei der Box.
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Stand: Juli 2026 · Geprüft von SEO NW